Gingkofen.de

Stadt Geiselhöring, Kreis Straubing-Bogen

Geschichte

Wie der fruchtbare Gäuboden und viele Orte des südlich angrenzenden Hügellandes ist auch das Gebiet von Hainsbach – Gingkofen – Wissing uraltes Siedlungsland. Es wurde bereits in der Jungsteinzeit um 5500 v. Chr. von den aus Südosteuropa und dem Schwarzmeergebiet einwandernden Ackerbauern und Viehzüchtern besiedelt. Dies beweisen Funde, die besonders in den vergangenen zwei Jahrzehnten gemacht wurden. Im Westen von Hainsbach konnte eine Höhensiedlung aus der Zeit der Bandkeramik, der ältesten jungsteinzeitlichen Periode, festgestellt werden. Eine weitere Ansiedlung aus dieser Kulturperiode befand sich bei Oberndorf in Richtung Hainsbach. Bei dieser Ansiedlung kamen auch Funde der folgenden Kulturperioden, der Stichband- und der Oberlauterbacher Kultur, ans Tageslicht.

Zwischen Gingkofen und Wissing wurden Funde der Hügelgräber-Bronzezeit, etwa um 1500 v. Chr. datiert, und der Latènezeit, beginnend ab 500 v. Chr., gemacht. Die latènezeitliche Siedlung steht im Zusammenhang mit den beiden Keltenschanzen im nahegelegenen Wald. An einem weiteren Platz zwischen Gingkofen und Wissing befand sich eine Siedlung der Bronze- und Urnenfelderzeit (Anmerkung: Die Angaben zur Vorgeschichte stellte freundlicherweise Herr Richard Kohlhäufl, Oberwalting, zur Verfügung).

Erste urkundliche Nennung Hainsbachs

Im Jahre 1031 sind im Rotulus von St. Emmeram, einem Besitzverzeichnis des Klosters St. Emmeram in Regensburg, unter vielen anderen Orten auch Nachbarorte bzw. Orte aus der näheren Umgebung von Hainsbach genannt, nämlich Wissinga (Wissing), Ginginhova (Gingkofen), Tanna (Tann, ein heute nicht mehr existierender Ort bei Hainsbach), Hettinpach (Hettenbach), dazu Ortsnamen, die man heute nicht mehr ohne weiteres jetzt bestehenden Orten zuordnen kann, nämlich Hlarasbach, Uodalprethisperga und Rudelinga.Roman Zierngibl, Probst und Pfarrer zu Hainsbach und Haindling, ist überzeugt, daß die im Rotulus genannten, aber nicht mehr lokalisierbaren Ortsnamen Hlarasbach mit Hainsbach und Rudelinga mit Haindling identisch sind.

Die frühesten Nachrichten über Hainsbach

Um 1200 ist Heinrich von Hainsbach als Lehensmann des Klosters St. Emmeram in Hainsbach genannt. Heinrich von Hainsbach war einEnkel des St. Emmeramer Ministerialen Otto von Aiterhofen.
Laut 1. Herzogsurbar von 1235 hatten die Wittelsbacher Herzöge die Vogtei, die niedere Gerichtsbarkeit, über die St. Emmeramer Güter in Hainsbach (MB 36, 1, S. 105).
Im Jahre 1268 schenkte Ulrich von Abensberg seinen Hof in Hainsbach an das Kloster St. Emmeram, um Schadenersatz für seine dem Kloster zugefügten Schäden zu leisten. (Es war der halbe Hof bei dem Brunnen, heute im Besitz von Ernst Setz).
Nach dem St. Emmeramer Register von 1275 hatte Ortholf das Leibrecht über eine Hube in Hainsbach.

Häufig wechselnde Herren auf der Burg Hainsbach

Eine Burg (castrum) ist in Hainsbach (Hainlenspach) erstmals im 13. Jahrhundert im Lehensbuch des Klosters St. Emmeram bezeugt. Die Hainsbacher Burg wurde vom Kloster St. Emmeram zum Schutz des Dorfes und als Verwaltungssitz errichtet. Sie wurde als Lehen an Adelige vergeben. Wolfgang von Schierling ist der erste bekannte Lehensinhaber der Hainsbacher Burg. Von 1263 bis 1334 hatte das St. Emmeram’sche Ministerialengeschlecht der Mengkofer das St. Emmeram’sche Lehen (foedum) in Hainsbach inne. Mengkofer waren u.a. auch in Eitting, Sallach und Hadersbach. Noch vor 1287 wurde Konrad der Mengkofer mit der Burg Hainsbach belehnt. Im Jahre 1312 saß dann Berthold der Mengkofer, Vater von 6 Söhnen, auf der Burg Hainsbach (Heinleinspach).
1334 verzichtete Konrad der Mengkofer, ein Freund des Abtes Albert von St. Emmeram, auf das Schloß Hainsbach als Lehen.

Schloß Hainsbach

Schloß Hainsbach

Im selben Jahr wurde Heinrich Hauzendorfer von Abt Albert mit der Burg Hainsbach belehnt. Heinrich Hauzendorfer hatte wohl eine Schwester des Konrad Mengkofer geheiratet. Ein Bruder des Heinrich Hauzendorfer war Mönch im Kloster St. Emmeram und wurde 1347 Abt im renommierten Kloster Tegernsee.

Nach Heinrich Hauzendorfer kauften Albert Althaimer und Konrad der Altdorfer das Lehensrecht auf die Veste Hainsbach. Ihnen folgten im Jahre 1337 Albrecht Althaimer und Friedrich der Achdorfer, dann deren Söhne Hans der Althaimer und Ulrich der Achdorfer.

1372 kaufte Balduin der Gerold, Landschreiber in Niederbayern, das Lehensrecht auf den Sitz zu Hainsbach zu Feld und zu Dorf, zu Holz und zu Wayd, zu Wasser und zu Wiesenmit aller Herrschaft, Ehren und Rechten. Da Balduin der Gerold Schulden an den Herzog nicht bezahlte, entzog ihm im Jahre 1387 der herzogliche Pfleger in Niederbayern,Hanns Landgraf zu Hals u.a. auch die Veste (castrum) in Hainsbach und gab diese im Namen des Herzogs mit dem Gericht (iudicium) in Hainsbach und Haindling und aller Zugehörung an Ritter Karl den Rainer zu Rain. Abt Friedrich, der Lehensherr der Burg Hainsbach, belehnte aber erst nach Balduins Tod den Rainer mit dem Sitz Hainsbach (Die
Rainer zu Rain waren das bedeutendste Rittergeschlecht in unserem Gebiet. Sie waren Ministerialen der Grafen von Bogen, dann der Wittelsbacher, die 1242 die Bogener Grafschafterbten. Stammsitz der Rainer war Rain. Im Jahre 1569 erlosch die Rainer Linie).

Im Jahre 1401 kaufte Ritter Georg der Hutter zu Zulling von Peter dem Rainer, Sohn von Karl von Rain und seiner Mutter Elisabeth, das Erbrecht auf den Sitz und die Hausung zu Hainsbach mit Grund und Boden, Stock und Stein, die Herrschaft und das Gericht im Dorf Hainsbach und Haindling, dann Einkünfte von der Taferne, der Fleischbank, der Schmiedstatt, der Backstube, dem Pfarrhof, dem Mesnerhaus und von 2 Hofstätten. Den Kaufbrief siegelten Peter der Rainer, Ritter Dietrich der Hofer zu Sünching, Wilhelm der Rainer zu Hauzendorf u.a. (RB 11, 231).
Im Jahre 1402 ist Ritter Georg der Hutter Pfleger im Pfleggericht Kirchberg. Georg der Hutter jun. (1422 – 1466) siegelte im Jahre 1422 den Brief des Peter Schmied in Hainsbach, in dem er das Erbrecht auf die Schmiedstatt an Dietrich den Schmied von Hirschling verkaufte. Georg der Hutter jun. starb im Jahre 1466. Er hinterließ eine einzige, noch minderjährige Tochter, Magdalena.

Im Jahre 1467 kaufte der edle Adam Kastner zu Metzing, Pfleger zu Donaustauf, von den Vormündern der Magdalena Hutter mit Einwilligung von deren Mutter das Erbrecht auf die Burg Hainsbach mit Graben, Stock, Stein, Hofbau, Hofmarken, den beiden Gerichten, Tafernen und Schenkstätten zu Hainsbach und Haindling mit anderen Gütern,

Sölden, Schmitten, der Badsölden, Mühlen, Gilten, Zinsen, Vogtrechten, Scharwerken,Gärten, Weihern, Holz, Wiesmahden, Weiden, Gewässern etc.
Bei einer Gerichtsverhandlung an öffentlicher Schranne ging es 1445 um das Erbrecht aufeinen halben Hof in Hainsbach. Das Urteil fällten die Beisitzer, bestehend aus angesehenen,unbescholtenen Männern. Damals waren „Beysitzer bey den Rechten Thomas undHanns Moller, Eberhart Neumair, Paul Sedlmair, Niklas Wirt, alle von Hainspach“ u.a.1468 erbte Adam Kastner von den Hainspecken das Holz Jungeich, den Dorfzehent in der Pfarrei Hainsbach, 4 Tagwerk Wiesen bei Kraburg und eine Sölde in Hainsbach hinterdem St. Emmeramer Amthof (heute im Besitz von Dr. Hubert Ammer), die vorher Friedrichder Hainspeck besessen hatte.

1488 übernahm Siegmund Kastner von seinem Vater Adam Kastner (+ 1492) die Vesteund Hausung zu Hainsbach mit aller Zugehörung. Verheiratet war Siegmund Kastner inerster Ehe mit Maria, geb. Münichau. Auf ihrem in der Pfarrkirche Hainsbach befindlichenGrabstein steht: „Hie ligt die Edl gestreng Maria, des Edln gestrengn Hrn. SigmundCastners von Hainspach Hausfrau. Starb am Sambztag nach Michahelis 1505 Jar. Der Gotgenad mit samt irn VII Kind.“
Auch die zweite Gattin des Siegmund Kastner, Maria, geb. Weilhamer, starb bald. EineRotmarmorplatte in der Hainsbacher Kirche erinnert heute noch an sie.
Im Landshuter Erbfolgekrieg (1504/1505) stand Siegmund Kastner treu auf Seiten HerzogAlbrechts IV. Die Beamten des feindlichen Pfalzgrafen Ruprecht entsetzten ihn daher der Hofmark Hainsbach und Haindling. Nach dem Krieg setzte sich Herzog Albrecht IV.persönlich für Siegmund Kastner ein und befahl 1508 all seinen Viztumen, Rentmeistern, Richtern und Schergen, Siegmund Kastner in seinen Hofmarken zu belassen, „weil Castnerim baierischen krieg sich wohl und dapfer gehalten hat“. Der Herzog ermahnte ihn aber auch, die Untertanen nicht mit Scharwerken und die Kapläne der Haindlinger Wallfahrtskirche nicht mit Neuerungen zu beschweren. 1533 starb Siegmund Kastner. SeinGrabstein in der Hainsbacher Kirche trägt folgende Aufschrift: „Ano dni 1533 jar am pfintztag nach scolastica starb der edl gestreng her sigmund Castner zu hainspauch, ritterd got genad.“ (Im Jahre des Herrn 1533 am Donnerstag nach Scholastika starb der edle, gestrenge Herr Siegmund Kastner zu Hainsbach, Ritter, dem Gott gnädig sei).

Die drei Söhne des Siegmund Kastner, nämlich Colomann, Siegmund und GabrielKastner, übernahmen 1533 das Lehen Hainsbach mit Zustimmung des Abtes AmbrosiusI. Ab dem Jahr 1540 war Gabriel Kastner alleiniger Inhaber des Sitzes Hainsbach unddes Gerichtes in Hainsbach und Haindling.

Im Jahre 1559 klagten Gabriel Kastner und die Gemeinde Haindling bei der fürstlichenRegierung in Landshut gegen Erhard Klöpfer zu Oberndorf bei Haindling, daß er ein Nebenhaus gebaut und vermietet, die Weide eingeschränkt und seine Gründe erweiterthabe. Der Beklagte rechtfertigte sich vor dem fürstlichen Rat in Landshut, er habe eineTagwerkerwohnung bauen müssen, da großer Mangel an Taglöhnern herrsche, weil derHofmarksherr Kastner die Taglöhner der Hofmark so sehr mit Scharwerken belaste, daß sie zum Arbeiten auf den Höfen kaum noch Zeit hätten. Der fürstliche Rat entschied1560, daß das Nebenhaus bis Lichtmeß stehen bleiben könne, der Kastner die Taglöhnerbeim Beklagten arbeiten lassen solle und Klöpfer die Zäune nicht versetzen dürfe.

Im Jahre 1565 starb Gabriel Kastner ohne einen männlichen Erben. Er fand seine letzteRuhestätte in der Pfarrkirche Hainsbach. Sowohl hier als auch in der Haindlinger Kirche erinnern meisterhaft gefertigte Marmorgrabsteine an ihn. Die Haindlinger Grabplattezeigt Gabriel Kastner als Ritter. Die Umschrift auf der Grabplatte lautet: „Anno Dni 1565 den 17 Augusti ist verschiden der Edl und vest Gabriel Kastner zu Hainspach, Haindlingund Mözing, der lezt des namens, so zu Hainspach mitten in der Kirchen begraben ligt, dem Gott genad Amen“. Zu Füßen des Ritters ist rechts das Wappen der Kastner, links das der Breckendorfer. Seine 2. Frau Sibilla war eine geborene Breckendorfer. Nach demTod ihres Mannes heiratete die Witwe Sibilla den Ritter Georg Ettlinger, Hofmarksherrnin Saulburg.

Gabriel Kastner hatte Hans Dietrich Kolb, den Sohn seiner Schwester, als Erben eingesetzt,so daß dieser auch auf der Landtafel vom Jahre 1566 erscheint. Aber noch im selben Jahr starb Hans Dietrich Kolb. Er hinterließ einen minderjährigen Sohn, Hieronymus.Zwischen den Erben und dem Kloster St. Emmeram kam es zu Erbauseinandersetzungen, die sich 10 Jahre hinzogen. Abt Blasius von St. Emmeram machte geltend, daß die HofmarkenHainsbach und Haindling mit der Niedergerichtsbarkeit nur auf männliche Nachkommen vererbbar seien (Mannlehen). Durch den Tod des letzten Kastners, des Gabriel

Kastner, falle dieses Lehen an den Lehensherrn, das Kloster St. Emmeram, zurück. Gegen den Abt stellte sich vor allem der Pfleger von Kirchberg, Christoph Trauner. Wie hart der Streit geführt wurde, ist aus dem folgenden zu ersehen: Als der Erbe Hanns Dietrich Kolb am 5. Juli 1566 starb, versiegelte der Pfleger Christoph Trauner von Kirchberg die Türen des Hainsbacher Schlosses. Daraufhin ritt Abt Blasius persönlich in Begleitung seines Kanzlers und Beraters und mit weiteren 9 Reitern nach Hainsbach, nahm Besitz vom Schloß und setzte Michael Dobler als Hofmarkspfleger ein.
Vor dem in Landshut residierenden Herzog Wilhelm legte Abt Blasius dar, daß Hainsbach und die dazugehörigen Orte ein kaiserliches Lehen seien, daß das Kloster vom Kaiser und Reich mit Hainsbach rechtmäßig belehnt worden sei und daß das Kloster dieses Lehen immer nur weiterverliehen habe (Afterlehen).
Auch Georg Ettlinger, Hofmarksherr auf Saulburg, der die Witwe des Gabriel Kastner, Sibilla, geheiratet hatte, bewarb sich um das Lehen Hainsbach. Er wurde tatsächlich von der herzoglichen Regierung in Landshut am 24. Oktober 1566 in die Hofmark Hainsbach und Haindling eingesetzt. Dagegen protestierte das Kloster St. Emmeram und verweigerte Ettlinger die Anerkennung. Abt Blasius wollte nämlich die noch unter Gabriel Kastner vom Blitz getroffene und ausgebrannte Kirche in Haindlingberg mit dem Geld der reichen Haindlinger Wallfahrtskirche wieder aufbauen. Ettlinger sah das als einen Eingriff in seine Hofmarksrechte, zu denen die Aufsicht über das Vermögen der in der Hofmark liegenden Gotteshäuser gehörte.
Im Jahre 1574 übernahm Hanns Zenger, ein lieber und guter Freund des Abtes Blasius, das Viztumamt in Landshut. Unter ihm nahm der Prozeß über die Einsetzung eines Hofmarksherrn in Hainsbach für den Abt einen günstigen Verlauf. Mit Zustimmung der Regierung konnte nämlich Abt Blasius vom Kloster St. Emmeram das Erbrecht auf das Schloß und den Sitz Hainsbach im Jahre 1575 um 10.000 fl zurückkaufen. Das Geld erhielt der junge Hieronymus Kolb, Sohn des Hanns Dietrich Kolb. Interessant ist vor allem, daß im Kaufbrief alle Kaufsobjekte, sowohl die Lehen des Klosters St. Emmeram als auch die Erwerbungen des Gabriel Kastner und seiner Vorfahren angeführt sind, „nämlich das Schloß Hainsbach mit den Hofmarken Hainsbach und Haindling, alle Höfe und Felder, die Tafernen, das Bräuhaus, die Bäckerei, das Bad, die Schmiede, die Mühlen, Frondienste, Jagden, der Wildbann, die Hofmarksfreiheit, Niedergerichtsbarkeit, Aufsicht über die Kirchenrechnungen in der Pfarrei Hainsbach und der Filialkirche Haindling mit den dazugehörigen Messen“. Doch mit dem Kauf waren noch nicht alle Schwierigkeiten aus der Welt geschafft. Georg Ettlinger rückte weder mit den Stift- noch mit den Steuerregistern heraus. Er behielt alle Briefe, Urkunden und den Schlüssel des Küsters. Auch einen Befehl der Regierung in Landshut, die erwähnten Objekte in Güte bei der Regierung in Straubing zu hinterlegen, mißachtete er. Ettlinger erhielt daraufhin Arrest auf der Burg Trausnitz. Schließlich gab Ettlinger doch die zurückbehaltenen Objekte zurück.

Hainsbach, seit 1575 geschlossene Hofmark

Im Rotulus des Klosters St. Emmeram von 1031 ist der Besitz des Klosters in Hainsbach mit 2 Huben angegeben. Nach Aufzeichnungen aus dem 14. Jahrhundert hatte nun das Kloster St. Emmeram in Hainsbach bereits das Patronatsrecht über die Pfarrei, war Grundherr über die Huben des Pfarrers, über den von Ulrich von Abensberg geschenkten Hof bei dem Brunnen, die Schmiedstätte und über 7 gejätete Joche. Hainsbach war jetzt eine offene Hofmark des Klosters St. Emmeram, d.h., es gab außer St. Emmeram noch andere Grundherren in Hainsbach. In der Folgezeit konnte St. Emmeram seinen Besitz in Hainsbach weiter ausbauen, bis es schließlich Grundherr über ganz Hainsbach geworden war. Damit war Hainsbach zu einer geschlossenen Hofmark von St. Emmeram geworden, in der dem Kloster auch die niedere Gerichtsbarkeit zustand. Zur Hofmark Hainsbach gehörten noch Wissing und Siffelbrunn. Zur Verwaltung der Hofmark und der Ausübung der niederen Gerichtsbarkeit in dieser Hofmark wurde vom Kloster ein weltlicher Hofmarksrichter angestellt (Klöster und Kirchen durften in ihren Hofmarken die Rechtsgeschäfte nicht selbst vertreten. Sie benötigten einen weltlichen Richter.). Abt Blasius von St. Emmeram ernannte Michael Dobler, der bereits St. Emmeramer Richter in Gingkofen war, zum Hofmarksrichter in Hainsbach. Weil in Hainsbach eine Burg bzw. ein Schloß stand, erhielt er den Titel Pfleger.
Hainsbach, ein wirtschaftliches Zentrum von St. Emmeram. Die Hofmark Hainsbach zusammen mit den benachbarten Hofmarken Gingkofen und Haindling wurde zu einem wichtigen wirtschaftlichen Zentrum des Klosters St. Emmeram (die Dörfer umfaßten mit Haindlingberg an die 3500 Tagwerk). Verwaltet wurden alle drei Hofmarken von einem Hofmarksrichter oder Pfleger, der seinen Sitz im Schloß Hainsbach hatte. Dieses wurde im Jahre 1609 auf Veranlassung von Abt Hieronymus II.
neu erbaut. Die Baukosten betrugen 523 fl 19 1/2 kr. Die scharwerkspflichtigen Untertanen hatten dabei 2.000 Fuhren Spanndienste zu leisten.
Das Kloster erhielt von seinen Grunduntertanen Abgaben in Form von Geld und Naturalien, vor allem Getreide, Schweine, Hühner, Eier, Käse, Wein etc. Sogar Heu wurde von Hainsbach nach St. Emmeram in Regensburg geliefert, dem eine stattliche Ökonomie angeschlossen war. Auch Holz mußte von Hainsbach an das Kloster abgeführt werden.
Regelmäßig im Herbst fuhr der Abt von St. Emmeram zur Stiftzeit mit der Kutsche nach Hainsbach, um die Abgaben der Hofmarksuntertanen zu inspizieren. Auch Beamte des Klosters, der Kanzler und die Berater des Abtes fanden sich des öfteren in Hainsbach ein, um die Rechnungen zu überprüfen und um nach dem Rechten zu sehen. Im Jahre 1622, so ist überliefert, wurden Hofmarksangehörige mit einem Pfund Pfennig bestraft, weil sie beim Verkauf von Kälbern nicht um Erlaubnis nachgesucht hatten. Darüber hinaus war Hainsbach eine günstige und wichtige Station für durchreisende St. Emmeramer Fuhrwerke.
So führte der Weg immer über Hainsbach, wenn das Kloster das notwendige Salz von Burghausen abholte, denn Hainsbach lag an der früher zum Salztransport viel benutzten Straße Salzburg-Regensburg.

Zur Jagd nach Hainsbach

Gern kamen der Abt und die Mönche von St. Emmeram in ihre Hofmarken im Kleinen Labertal. Zu den Hofmarken gehörte nämlich das Jagdrecht in ausgedehnten und herrlichen Jagdgründen. Abt Hieronymus von St. Emmeram konnte das Jagdgebiet sogar noch um das sogenannte „Haiholz“ bei Franken erweitern, das ihm Herzog Wilhelm V. überließ. Kurfürst Karl Albrecht nahm diesen Jagdbogen 1740 zwar wieder zurück, sein Nachfolger Kurfürst Max III. Joseph trat ihn 1748 dann wieder an das Kloster ab. Drei Jahre später schließlich erwarb Minister Josef Franz Graf von Seinsheim auf Sünching das Haiholz um 1.000 fl.

Auch zum Fischen kam gerne Besuch aus Regensburg nach Hainsbach, besonders wenn alljährlich die Weiher ausgefischt wurden. 

Überlieferte Verpflegungskosten

Der Pfleger von Hainsbach führte genau Buch über die Kosten, die bei den häufigen Besuchen anfielen. Am 14. September 1593 besuchte z.B. Abt Hieronymus I. von St. Emmeram Hainsbach. Die Bewirtungskosten betrugen 5 fl 3 Sch 5 Pfg. Bei einem Jagdaufenthalt im Juni 1594 fielen 8 fl 3 Schilling Pfg  Bewirtungskosten an. Am 12. September 1611 beehrten der Abt von St. Emmeram und der Regensburger Bischof Wolfgang Hauser samt Gefolge Hainsbach, womöglich um das neu erbaute Schloß zu besichtigen. Bei diesem Anlaß wurden innerhalb von 24 Stunden 95 Köpfl Wein und 50 Köpfl Weißbier getrunken (Ein Köpfl = 1/2 bayerische Maß). Für die Herren und Diener wurden je zwei Mahlzeiten serviert. Die Gesamtkosten hierfür mit Brot und Kerzen beliefen sich auf 29 fl 15 Sch 20 Pf. Außerdem waren noch 18 Pferde zu versorgen.  

Hainsbach – Haindling

Vor allem das benachbarte Haindling war auch Anlaß für häufige Besuche des St. Emmeramer Abtes und seiner Mitbrüder in Hainsbach. Auch Haindling war eine Hofmark von St. Emmeram. Haindling war vor allem aber eine sehr bedeutende Marienwallfahrt, nach Bogen und Sossau die drittälteste Wallfahrt in unserem Gebiet, 1333 bereits erstmals urkundlich bezeugt. Aus dieser Zeit stammt auch das Haindlinger Gnadenbild, die Muttergottes mit Kind. 60 Pfarreien, bis von Freising, Landshut, Landau und Regensburg kommend, pilgerten alljährlich zur Gottesmutter nach Haindling. St. Emmeram war ein großer Förderer dieser Haindlinger Wallfahrt. Weil die Marienwallfahrtskirche oftmals den Wallfahrerzustrom nicht mehr fassen konnte, veranlaßte Abt  Hieronymus II. von St. Emmeram im Jahre 1611 den Neubau einer zweiten Kirche, der Kreuzkirche in Haindling, unmittelbar neben der Marienwallfahrtskirche. Besonders in den Jahren, in denen an der Kreuzkirche gebaut wurde, wird von häufigen Besuchen des St. Emmeramer Abtes berichtet. Teils ritt der Abt zur Pferd in Begleitung von sechs bis sieben anderen Reitern, teils kam er in der Kutsche von Regensburg. An Ort und Stelle informierte er sich über den Fortgang der Bauarbeiten und traf weitere Entscheidungen. Immer aber war der Abt dann mit seiner Begleitung Gast im Hainsbacher Schloß. Bisweilen gesellten sich zu den Gästen aus Regensburg noch die Geistlichen der umliegenden Dörfer, so ist uns überliefert. Die Bedeutung Hainsbachs als Aufenthaltsort schwand, als in Haindling im Jahre 1734 ein neues, stattliches Probsteigebäude errichtet wurde.

Hainsbach und der 30jährige Krieg

Nicht nur von friedlichen Zeiten kann berichtet werden. Bereits im Jahre 1611 zeigten sich die Vorboten des 30jährigen Krieges. Wegen des äußerst gespannten Verhältnisses zwischen Katholiken und Protestanten vergrößerte Herzog Maximilian sein Heer. Die Folge waren Einquartierungen auch auf den Dörfern. Das Schloß Hainsbach hatte neun Wochen lang einen Hauptmann, einen Fähnrich und einige Adelige aufzunehmen und zu verpflegen. Zum politischen Wetterleuchten kamen in den Jahren 1617/1618/1619 Unbilden der Natur. Unwetter richteten in Hainsbach und speziell auch am Schloß große Schäden an. Ein heftiger Sturm zerschlug die Fenster am Schloß und an den Hofgebäuden, ein Hochwasser rieß alle Zäune um und ein heftiges Gewitter zertrümmerte die Türen und Tore des Schlosses.
Im Jahre 1632 schließlich war der 30jährige Krieg mit all seinen Greueln auch in unsere Gegend gekommen. Weil Regensburg von den Schweden bedroht wurde, hatte man den St. Emmeramer Kirchenschatz nach Hainsbach gebracht. Doch auch Hainsbach blieb nicht verschont. Das Schloß wurde von den Schweden 1632 ausgeplündert, auch der Zehentwein abtransportiert, hielt der Chronist fest. Das Kriegsvolk nahm den Bauern weg, was es erwischen konnte. Es verwüstete die Höfe und brannte sie teilweise nieder. Nur bruchstückhaft sind uns die Geschehnisse jener schrecklichen Zeit aus Hainsbach überliefert, denn in den Jahren 1634/35 wurden die dortigen Rechnungsbücher nicht geführt „wegen Mangel an Kirchenpröbst“. Beim Sedlbauer Georg Limprunner (jetzt Maria Geserer) ist notiert: „Der Schwedeneinfall anno 1632 brachte ihm großes Unglück!“ Und weiter: „So selbst durch das Kriegsvolk verderbt ist.“ Der Schwedeneinfall und die darauffolgende Pest dezimierten die Dorfbewohner. Ganze Familien waren umgekommen.
Viele Höfe konnten nicht mehr bewirtschaftet werden. Noch um 1650 lagen rund ein Viertel der Hainsbacher Höfe und Anwesen nachweisbar öd und ruiniert danieder. Und die meisten der bewirtschafteten Höfe konnten die Abgaben an den Grundherrn nicht entrichten, weil die Feinde auch das Saatgetreide und Vieh weggenommen hatten. Ein Hof in Hainsbach, für dessen Erbrecht im Jahre 1630 noch 2.200 fl gezahlt werden mußten, war im Jahre 1657 um 80 fl zu haben.

Votivtafel des Johann Michael Niederhuber von 1704 mit Kirche und Schloß Hainsbach

 Der Hainsbacher Fenstersprung

Wiederum schwer heimgesucht wurde unser Gebiet während des Spanischen Erbfolgekrieges (1701 – 1714). Im Streit um die Thronfolge in Spanien wandte sich der bayerische Kurfürst Max Emmanuel von Österreich ab und trat auf die Seite Frankreichs. Nach der verlorenen Schlacht bei Höchstädt (1704) war Bayern den Österreichern ausgeliefert.
Der bayerische Kurfürst floh in die Niederlande, die Kurfürstin blieb im Land und führte die Regierung weiter. Im Oktober 1704 wurde die stark befestigte Stadt Straubing belagert und beschossen. Die ganze Gegend bis Geiselhöring, Sallach und wohl auch Hainsbach war von den Feinden besetzt. Am 24. Oktober 1704 nachts zwischen 12.00 und 1.00 Uhr überfielen österreichische „Freipartheygänger“ (Plünderer) das Schloß Hainsbach, wohl um den St. Emmeramer Probstrichter Johann Michael Niederhuber als Geisel zu nehmen. In höchster Leibes- und Lebensgefahr sprang dieser im Nachtgewand durch das obere Schloßfenster in den Schloßweiher, durchwatete diesen und konnte, obwohl auf ihn geschossen wurde, glücklich entkommen. Seine gelungene Flucht schrieb Johann Michael Niederhuber der Hilfe der Muttergottes von Haindling zu. Zum Dank ließ er den Vorfall auf einer heimatgeschichtlich sehr interessanten Votivtafel festhalten, die er in die Wallfahrtskirche Haindling stiftete. Auf dieser Votivtafel ist das 1609 neu erbaute Schloß Hainsbach sehr gut in Farbe dargestellt.

Die Kirche verlieh Geld

Banken gibt es bei uns erst seit Mitte des 19. Jahrhunderts. Bis dahin fungierten nicht selten Kirchen, vor allem Wallfahrtskirchen, als Geldverleiher, denn Wallfahrten brachten neben der Erbauung der Gläubigen auch Geld, meistens viel Geld, in die Kasse der Wallfahrtskirche ein. Auch Haindling war eine reiche Wallfahrtskirche und die Hainsbacher und Ginkofener Bauern pilgerten nicht nur in ihren Seelennöten, sondern auch in finanziellen Schwierigkeiten nach Haindling, um Hilfe zu erlangen. Bei der Durchsicht der Haindlinger Kirchenrechnungen ergab sich, daß beinahe jeder Hainsbacher Hof irgendwann einmal, meist mehrmals, Geld von der Wallfahrtskirche Haindling und vereinzelt auch von der dortigen Sebastiani-Bruderschaft entlieh. Der Zins betrug in der Regel 5 % (aber nicht mehr). Als Grund für die Geldaufnahme lesen wir z.B. den Kauf des Erbrechts auf einen Hof, den Bau eines Hauses oder anderer Gebäude, die Ausheiratung eines Sohnes oder einer Tochter, die Hinauszahlung von Vater- oder Muttergut, ja auch zum Ankauf von Saatgetreide oder um „sich Speis beischaffen zu können“, wurde Geld entliehen. Der Hainsbacher Bader entlieh im Jahre 1649 ganze 6 fl zum Kauf eines Badkessels, denn auf Wunsch der Untertanen wurde „das Badhaus, dessen Besuch in diesen Zeiten sehr gewöhnlich war, wieder eingerichtet“.
Die Rückzahlung der Schulden war häufig sehr schleppend. Nicht selten findet man in den Haindlinger Kirchenrechnungen, daß der folgende Erbrechter auf dem Hof, ja noch weiter Folgende die Schulden der Vorgänger übernehmen und die Zinsen zahlen mußten.
Vereinzelt kam es auch vor, daß das ausgeliehene „Capital“ überhaupt nicht mehr zurückbezahlt wurde, wenn z.B. ein verschuldetes Anwesen nicht mehr bewirtschaftet wurde und öd lag, was nach dem 30jährigen Krieg bei rund der Hälfte der Hainsbacher Anwesen der Fall war oder wenn ein Anwesen auf die Gant kam. In besonderen Notzeiten, z.B. während oder nach dem 30jährigen Krieg, verzichtete das Kloster St. Emmeram, das ja die Gelder der Haindlinger Wallfahrtskirche verwaltete, auch vereinzelt auf die Zinszahlung oder erließ sogar die Schulden völlig.

Die Hainsbacher Kirche

Die Hainsbacher Kirche ist den Heiligen Johannes Baptista (Johannes der Täufer) und Johannes Evangelista geweiht. Die ursprünglich romanische, aus Bruchsteinen und Quadern
erbaute Anlage wurde in ihrer langen Geschichte mehrmals verlängert und verändert, und zwar hauptsächlich in den Jahren 1712 und 1911. Der Turm wurde im Jahre 1786 erhöht. Er ist mit einer barocken Zwiebelkuppel bekrönt.
Das kleine romanische Fenster im Untergeschoß der Ostwand des Chores ist das einzige heute noch sichtbare Relikt der ursprünglichen Kirche. Das alte noch vorhandene Bruchsteingemäuer aus der Romanik im unteren Teil des Turmes und im vorderen Teil des Kirchenschiffes liegt unter Verputz.

Erstmals urkundlich bezeugt ist die Hainsbacher Kirche im Jahre 1266, als Papst Clemens VI. dem Kloster St. Emmeram in Regensburg die Kirche in Hainsbach bestätigte. Kraft dieser päpstlichen Bestätigung ist sie als Eigentum des Klosters St. Emmeram in Regensburg ausgewiesen.
Von der mittelalterlichen Ausstattung erhalten geblieben sind das Sakramentshäuschen aus der 1. Hälfte des 15. Jahrhunderts in der Nordwand des Chores – es diente früher zur Aufbewahrung der geweihten Hostien – und das Taufbecken.
Im Jahre 1667 erhielt die Kirche die beiden barocken Seitenaltäre, nämlich den Vierzehnnothelfer-Altar mit der Haindlinger Gnadenmutter und den St. Anna-Altar. Der jetzige Hochaltar stammt aus dem Jahre 1715. Auf seiner Rückwand steht: „Dieser Altar ist in St. Emmeram in Regensburg in der Schreinerey von Neuem gemacht worden durch Herrn Frater Felix Rem und dessen Gesellen Thomas Lehner.“ (Anmerkung: Thomas Lehner ließ sich später als Schreiner in Geiselhöring nieder und arbeitete u.a. in den Kirchen von Haindling und Hadersbach). Die beiden gotischen Figuren der Apostelfürsten Petrus und Paulus auf Konsolen rechts und links am Hochaltar bereichern diesen erst seit 1960. Sie stammen aus der Haindlingberger Kirche, die 1924 abgebrochen wurde. 1720 kam die jetzige Kanzel in die Hainsbacher Kirche. Das große Kruzifix und die schmerzhafte Muttergottes an der rechten Seite des Kirchenschiffes fertigte in den Jahren 1741bis 1745 Simon Hofer (Simon Hofer arbeitete auch in der Haindlinger Kirche).
Nicht bekannt sind die Künstler der übrigen kleineren Figuren. Die Mondsichelmadonna mit Kind auf dem linken Seitenaltar entstammt wohl dem 19. Jahrhundert (die goldene Krone erhielt sie erst im Jahre 1956), ebenso die Herz Jesu Statue auf dem rechten Seitenaltar.

Letztere ist im typischen Nazarenerstil gearbeitet. Dem 19. Jahrhundert zuzurechnen sind außerdem noch die Figuren des hl. Franziskus mit Kind, des hl. Judas Thaddäus und der hl. Theresia (alle im Kirchenschiff unter der Empore).
Bereits im 18. Jahrhundert dagegen gefertigt dürfte der hl. Sebastian und die recht ausdrucksstarke Plastik des hl. Johannes Nepomuk sein. Seit 1893, also gut 100 Jahre, ist der Kreuzweg in der Hainsbacher Kirche. Man bezahlte damals 415 Mark für das Werk. Er wurde von Joseph Hackl gestiftet und ist auf dem Kirchendachboden eingelagert, da er unter Pfarrer Oskar Baier durch einen barocken Kreuzweg ersetzt wurde. Der Kreuzweg von 1893 befindet sich im Oratorium der Haindlinger Wallfahrtskirche. Das Deckengemälde stammt aus unserem Jahrhundert. Es wurde von Gotthard Bauer im Jahre 1929 geschaffen.
Schließlich gehören noch zur Ausstattung der Hainsbacher Kirche alte Grabplatten im Chor und vorderen Kirchenschiff. Sie erinnern an die Hainsbacher Hofmarksherren Sigmund und Gabriel Kastner (gest. 1533 und 1565), an die Gattin des ersteren (gest. 1505), an die Hainsbacher Pfarrer Friedrich Zigler (gest. 1669) und Sebastian Stiller (gest. 1725) und an den St. Emmeramer Probst in Hainsbach, Johann Ulrich Kastner (gest. 1699). Der markanteste Grabstein unter diesen ist sicherlich der des Hainsbacher Hofmarksherrn Gabriel Kastner, des Letzten seines Geschlechts, an der linken Seite des Kirchenschiffes unmittelbar neben dem linken Seitenaltar. Auf einer Rotmarmorplatte ist im Relief der Gekreuzigte dargestellt, diesem zu Füßen recht anschaulich die Stadt Jerusalem. Darunter knien Gabriel Kastner und seine Gemahlin. Im Jahre 1894 erhielt die Hainsbacher Kirche ein neues Geläut. Die Glocke Maria wiegt 912 Pfd., die Glocke Johannes Baptista 580 Pfd. und die Glocke Josef 279 Pfd.. Für das Geläut spendete seine Majestät König Ludwig II. von Bayern 6 Zentner Kanonenmetall. Die jetzige Orgel kam nach der Verlängerung des Langhauses um 2 Achsen im Jahre 1911 in die Hainsbacher Kirche. Sie stammt von der Firma Edenhofer, Deggendorf.
Die gründliche Außenrenovierung mit Instandsetzung der Friedhofsmauer in den Jahren 1954/55 und die Innenrenovierung im Jahre 1982 lassen das altehrwürdige Hainsbacher Gotteshaus in bestem Zustand erscheinen. Zusammen mit dem gepflegten Friedhof, der das Gotteshaus sicher seit dessen Bestehen umgibt, bildet die gut 700 Jahre lang urkundlich bezeugte Hainsbacher Kirche ein recht eindrucksvolles Ensemble. Weitere Informationen sind unter www.marienwallfahrt-haindling.de abrufbar.

Die ältesten Familien in Hainsbach

Aus den Hofgeschichten ist zu ersehen, daß die Bewirtschafter der Höfe in früheren Jahrhunderten überwiegend sehr häufig wechselten. Zwei Familien in Hainsbach lassen sich jedoch rund 300 Jahre zurückverfolgen.
Die Setz (Sötz), in Hainsbach ab 1695 (1707) auf Hs.Nr. 20, ab 1824 auf Hs.Nr. 22 nachweisbar 1695 heiratete Veit Jehl Rosina Setzen von Hadersbach. Veit Jehl starb im Jahre 1705. Die Witwe übergab die Sölde ihrem Bruder Hans Sötz.
1707 Hans Sötzen heiratete 1707 die Afra Kremplin von Opperkofen und in zweiter Ehe im Jahre 1714 die Maria Karl von Radldorf.
1736 Maria Setz, Witwe
1761 Georg Sötz, Sohn des Johann und der Maria Sötz, heiratete Barbara Meindl von Helmprechting
1791 Jakob Setz heiratete die Maria Sigl von Sallach und in zweiter Ehe die Ursula Schinhärl von Sallach.
1830 Jakob Setz jun. ehelichte Theresia Berger von Metting. Jakob Setz betrieb eine Ziegelei in Hainsbach.
1874 Johann Evang. Setz heiratete Anna Maria Wagner von Metting. Johann Evangelist Setz vertauschte sein Anwesen Hs.Nr. 20 gegen das Anwesen Hs.Nr. 22. Er nahm von seinem früheren Anwesen Hs.Nr. 20 Felder mit zum Anwesen Hs.Nr. 22. Johann Setz erhielt die goldene Medaille des Ludwigordens.
1916 Johann Setz jun.
1952 Ernst Setz und Maria, geb. Schöfer von Oberschneiding.
1988 Ernst Setz und Marianne, geb. Neumeier von Hadersbach. Die Hack(h)l (Häckl) – Bachhuber-Haller „Am Haagberg“, jetzt Wirtsberg, Hs.Nr. 8, seit
1671 urkundlich bezeugt
1671 Simon Hackhl (Häckl)
1708 Johann Häckl heiratete Walburga Pehr von Gumelting.
1721 ehelichte Johann Häckl in zweiter Ehe Magdalena Huber von Mainburg.
1779 Franz Häckl heiratete Katharina Pachhuberin von Espern.
1815 Michael Häckl heiratete Barbara Drexler.
1855 Die Geschwister Josef und Theresia Hackl. Die beiden unverheirateten Geschwister Josef und Theresia Hackl nahmen ihren Neffen Xaver Bachhuber an Kindesstatt an und übergaben ihm im Jahre 1897 ihr Anwesen „Am Haagberg“, jetzt Wirtsberg Hs.Nr. 8.
1898 heiratete Xaver Bachhuber die Franziska Köhlmeier von Pönning.
Um 1938 Johann Bachhuber und Maria, geb. Eiglsperger von Pönning.
1969 Xaver Bachhuber-Haller und Gertraud, geb. Schwindl von Neustadt an der Weinstraße.


Der Hainsbacher Burschenverein „Gemütlichkeit“ feierte am 15. Mai 1923 das Fest der Standarten-Enthüllung
1. Reihe v.l.
Max Straßer, Otto Huber, Josef Scherzer, Josef Bachhuber, Johann Kammermeier, Sebastian Weiß, Johann Leipold, Xaver Bogner
2. Reihe v.l.
Johann Bachhuber, Karl Scherl, Josef Wellenhofer, Ludwig Scherzer, Xaver Haider, Johann Stierstorfer, Josef Fritsch, Otto Scherzer