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Stadt Geiselhöring, Kreis Straubing-Bogen

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Sachregister

Allmende: Gemeinsam benutztes Gemeindeland, bestehend aus Weide, Wasser und Wald. Die Allmende wurde Anfang des 19. Jahrhunderts aufgeteilt.

Ambthof: Hof des Amann mit Aufsichtsrecht über andere Höfe derselben Grundherrschaft

Beschaumahl oder Bschau: Der Grundherr setzte vor der Ernte nach dem Stand des Getreides die Abgaben fest. Dabei fand ein Mahl statt. Die Bschau entfiel nach der Festsetzung der Abgaben auf ein bestimmtes, jährlich gleiches Ablieferungssoll.

Besondere Leistungen: Der Mesner von Hainsbach erhielt jährlich je nach Hofgröße Korn- und Weizengarben und Laib Brote. Der Mesner von Haindling bekam Kirchtrachtwecken. Der Bader von Hainsbach erhielt Laib Brote und mehrere Kreuzer Ehehaftsgeld, der Schmied von Hainsbach jährlich bis zu 6 Vierling Ehehaftskorn und 1 Laib Brot. Der Pfarrer von Hainsbach bekam jährlich bis zu 4 Kirchtrachtwecken.

Blutzehent: Abgabe von Lämmern, Gänsen, Enten, Hühnern je das 10. Stück, Spanferkel waren meist blutzehentfrei.

Brache: Nicht bebaute Feldflur in der Dreifelderwirtschaft

Ehehaft: Die Dorfbewohner waren gewissen einheitlichen Vorschriften unterworfen. Die Dorfordnung hieß Ehehafttaiding. Sie war eine gesetzliche Abmachung. Zu den durch die Ehehaft geschützten Berufen gehörten der Schmied, der Wirt, der Bader und der Müller. Seit 1869 gibt es die Gewerbefreiheit.

Ehehaftsbader: Der Bader unterhielt die Badstube im Dorf. Aus gesundheitlichen und moralischen Gründen verschwand die Badstube am Ende des 18. Jahrhunderts. Außerdem hatte der Ehehaftsbader Bart und Haare zu schneiden und einfache ärztliche Dienstleistungen zu verrichten. Dafür erhielt er besondere Leistungen.

Erbrecht: Der Bauer oder Grundhold oder Erbrechter erhielt den Hof für sich zur Bewirtschaftung und konnte ihn an die Kinder weitervererben.

Erbrechtsbrief: = Erbrechtsverleihung: Die vertragliche Übertragung des Hofes durch den Grundherrn an den Grundholden oder Bauern.

Falltor: Gatter, das von selbst zufiel. Es schützte die Ackerflur vor Weidevieh. Außerdem waren Viehtriebe und Viehweiden eingezäunt.

Geld: 8 mal 1 Schilling Pfennig (= 30 Pfennig) ergeben 240 Pfg. oder 1 Pfund Pfennig.1 Gulden (fl) hatte 60 Kreuzer (kr), 1 kr 4 Heller (dl).

Gerichtsbarkeit: Die hohe Gerichtsbarkeit befaßte sich mit Mord, schwerem Raub und Notzuch sowie später mit Streit um Eigentum. Die niedere Gerichtsbarkeit behandelte alle anderen Fälle. Zum Aufgabenbereich der niederen Gerichtsbarkeit gehörten z.B. die Verwaltung und der Schutz der Orte und Höfe, das Polizeiwesen und das Aburteilen von leichteren Vergehen, die Musterung der wehrfähigen Männer, das Einziehen der Steuern für den Landesherrn, das Fordern und Einteilen von Scharwerken und notarielle Beurkundungen. Dafür erhielt der Gerichtsherr gerichtsherrliche Reichnisse.

Getreidemaße: Schaff oder Scheffel (Sch), Metzen (M),Vierling (V), Sechzehntel (Sz) und Liter. Der Münchener Scheffel hatte 222 Liter. Straubinger Getreidemaße: 24 Liter = 1 Vierling, 8 1/2 Vierling = 1 Schaff oder 204 Liter = 1 Bayerisches Scheffel.

Großzehent: Weizen, Korn, Gerste, Hafer. Erbsen, Linsen und Wicken, wenn sie zu Samen reiften

Grundherrschaft: Ein Hof war einem Grundherrn oder Obereigentümer grundbar. An ihn entrichtete der Grundhold oder Bauer die Abgaben, nämlich das Laudemium (Erbschaftssteuer), den Getreidedienst, Küchendienst, die Wiesgilt, die Stift oder den Grundzins für die Überlassung des Hofes.

Gült = Gilt: mhd. gelten, zahlen, Abgaben leisten.

Hofgrößen:

1. der ganze Hof (1/1), sein Inhaber wurde Bauer oder Maier genannt.

2. der halbe Hof (1/2), der Bewirtschafter wurde Halbbauer oder Huber genannt.

3. der Viertelhof (1/4), der Besitzer hieß Söldner oder Lehner.

4. das Sechzehntelhöfl (1/16), der Inhaber hieß Gütler.

5. die Leersölde (1/32), der Inwohner hieß Leerhäusler.

Kleinzehent: Kartoffel, Kraut, Rüben, Flachs, Klee, Hanf

Lehen: lat. feudum: Verliehener Grundbesitz gegen Leistung bestimmter Abgaben.

Leibrecht: Der Hof wird auf Lebenszeit verliehen, im Gegensatz zum Erbrecht.

Leihkauf: Drangeld

Pfleger: Beamter des Herzogs oder des Hofmarksherrn

Pifang: 4 Pflugscharen, etwa 1 m breites Stück Ackerland

Pfund: Altes Gewicht, 240 Pfennig = 1 Pfund Pfennig, siehe Geld.

Probst: Aufseher, Angestellter

Scharwerk: Hand- und Spanndienste der Untertanen für den Gerichtsherrn, die nur teilweise vergütet wurden. Später wurde das Scharwerk durch Geldleistungen (Scharwerksgeld) abgegolten.

Schilling: 30 Stück.

Schranne: öffentliche Gerichtsversammlung; Getreidemarkt an einem bestimmten Platz

Vogt: lat. advocatus: Ein Laie, der Kirchen und Klöster nach außen vertrat, ihr Vermögen schützte und Vertreter vor Gericht war. Der Vogt übte die Niedergerichtsbarkeit für Kirchen und Klöster aus. Später konnten auch Klöster das Vogteirecht erwerben.

Wiesgült: Abgaben für Wiesen waren in Geld zu zahlen.

Zehent (Zehnt): lat. decima: Jährliche Abgabe von meist 10 % oder 1/10 der landwirtschaftlichen Erzeugnisse als Groß-, Klein- und Blutzehent an den Bischof und die Kirche, verpflichtend seit Karl dem Großen. Im Laufe der Zeit war der Zehent vielerorts nicht mehr in Naturalien abzuliefern, sondern es wurde ein bestimmter Geldbetrag festgesetzt.