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Stadt Geiselhöring, Kreis Straubing-Bogen

Wissing

Wissing ist ein echter -ing-Ort und wurde bereits bei der Einwanderung der germanischen Stämme vom 4. – 6. Jahrhundert n. Chr. von Wisso (Wizzo) und seinen Leuten gegründet. Urkundlich bezeugt ist Wissing seit knapp 1000 Jahren und zwar im Rotulus, einem Besitzverzeichnis des Klosters St. Emmeram in Regensburg vom Jahre 1031. Darin heißt es: Ad Wissinga IV hobae, in Übersetzung: In Wissing (haben wir) 4 Huben. In der Folgezeit ist Wissing wiederholt in Quellen genannt.

Um 1150 tauschte Adelheid, die Witwe des St. Emmeramer Dienstmannes Ebo von Aiterhofen, Gründe in Wissing auf Lebenszeit ein. Heinrich von Hainsbach, Enkel ihrer Tochter Kunigund, beanspruchte diese Gründe wieder. Abt Peringar mußte sie um 3 Talente (Pfund) einlösen. Erster bekannter Lehensinhaber in Wissing war ein Herr von Sünching (Sunechingarius II hub. in Wissingen).

Um 1250 hatte Berthold der Mengkofer einen Hof in Wiesing (Wissing).

1338 Friedrich der Auer von Brennberg überließ den Hof zu Wissing seinem Schwager, dem Haidauer, als Heiratsgut für seine Schwester Kathrein. Der Haidauer verkaufte den Hof jedoch unmittelbar darauf an Konrad den Mengkofer von Hainsbach.

1349 verkauften die Söhne Gebhardts des Mengkofers, selig, dem Herrn Friedrich dem Hausmettinger, Bürger zu Straubing, den vierten Teil des Hofes in Wissing um 13 Pfund Regensburger Pfennig. Die anderen 1/4-Teile des Hofes erwarb der Hausmettinger ebenfalls, das letzte im Jahre 1350. Friedrich der Hausmettinger übergab den Hof zu Wissing seiner Tochter Dorothea, verheiratet mit Stefan Piscatori, der sich dann ebenfalls Hausmettinger nannte.

1401 gab Stefan der Hausmettinger an Reichel, den Huber zu Hainsbach, für 15 Jahre das Baurecht auf den Hof zu Wissing.

1404 Kunrad der Wiesinger hatte Erbrecht auf den Hof in Wissing. Die Gilt betrug 4 Schaff Korn, 2 Schaff Haber, der Zins 1 Pfund Regensburger Pfennig. Vor seinem Tod im Jahre 1410 stiftete Stefan der Hausmettinger den Hof in Wissing mit Zustimmung des Abtes Ulrich als Lehensherr für die dritte oder Andreasmesse in Haindling. Im Jahre 1419 erfüllte seine hinterlassene Ehefrau Kunigund, nunmehr Hausfrau des Georgen Oedensreuter, das Testament. Auszug aus der Stiftungsurkunde der Hausmettinger Messe von 1419: Ich, Kunigunth Georgen des Oedensreuter Hausfrau, bekenne, daß ich zu einer ewigen Messe in die Kirche zu Haindling meinen Hof zu Wissing mit dem Haus, der Hofstatt und dem Stadel mit 2 Weihern und allem Feld, das jetzt Ulrich Prachmann bewirtschaftet, gestiftet habe. Der Hof dient jährlich 4 Schaff Korn, 2 Schaff Hafer, 1 Pfund Regensburger Pfennig, 100 Eier, 12 Käse, 4 Stifthühner und 2 Gänse. Zum Hof gehören ebenfalls 2 Teile des Zehents des Wissinger Hofes.“

Seit etwa 1400 bewirtschafteten den Hof in Wissing Bau-, Leib- und Erbrechter. 

Ein Baurechter hatte den Hof für mehrere Jahre inne, ein Leibrechter, solange er lebte, und ein Erbrechter konnte den Hof in Wissing an seine Kinder weitervererben. 1412 Ulrich der Kirchmayer

1419 Ulrich Prachmann

1466 Hans Wiesinger erhielt von Ulrich Prömmel, Kaplan des Altars und der Messe zum hl. Andreas in Haindling, für 9 Jahre den Hof in Wiesing. Die Gilt betrug 2 Schaff Weizen, 3 1/2 Schaff Korn, 1/2 Schaff Korn, 1/2 Schaff Gerste und 3 Schaff Hafer, hinzu kam der Kleindienst, der Wiesenzins von 10 Schilling Pfennig und 6 Scharwerksfuhren. Bis zum Jahre 1556 ist kein weiterer Bau- oder Erbrechter auf dem Hof zu Wissing bekannt.

1556 Hans Glöggelsperger, Leibrechter auf dem Hof zu Wissing. Auszug aus der Leibrechtsverleihung: „Ich, Georg Auer, Kaplan der Andreasmesse in Haindling, bekenne, daß ich mit Zustimmung des Abtes Erasmus zu St. Haymeram in Regensburg dem bescheidenen Hansen Glöggelsperger zu Wissing, Dorothea, seiner Hausfrau, seinen beiden Söhnen Hansen und Erharten, den Hof zu Wissing leibsrechtsweise übergeben habe. Die Gilt beträgt 3 1/2 Schaff Weizen, 2 Schaff Korn, 2 Schaff Hafer, alles Straubinger Maß. Am Georgentag 10 Schilling Regensburger Wiesgült, weiter 2 junge Hendl, 4 Gänse, 10 Käse, an Weihnachten 1 Semmel oder 4 Groschen, zu Ostern 100 Eier und 2 alte Hennen oder 2 Groschen. Das alles ist jährlich in das Kaplanhaus in Haindling zu dienen. Dazu zwei Teile des Kleinzehents und jährlich dem Kaplan 10 Holzfuhren zu fahren. Hans Glöggelsperger soll auch innerhalb 2 Jahre auf eigene Kosten ein neues Bauernhaus errichten und mit Kästen und aller Notdurft ausstatten. Für die Übertragung des Leibrechtes auf den Wissinger Hof sind 44 Gulden zu zahlen, die für die Renovierung des Kaplanhauses verwendet werden sollen.“ Im Jahre 1558 starb Hans Glöggelsperger.

1566 Hans Schwäbl hatte 5 Jahre den Hof zu Wissing.

1570 Hans Glöggelsperger, gest. 1617.

1617 bis ca. 1635 Leonhard Glöggelsperger. Nach dem Tod des Hans Glöggelsperger wurde der Wissinger Hof von Sebastian Waltenstaller zu Helmprechtig (78 Jahre alt), Georg Weiß (65 Jahre alt) und Adam Sötz zu Groß (40 Jahre alt) auf 800 oder höchstens 900 fl geschätzt.

Beim ersten Schwedeneinfall im Jahre 1632 wurde der Hof in Wissing völlig ruiniert. Leonhard Glöggelsperger überlebte nicht, wie aus der Haindlinger Kirchenrechnung von 1636 hervorgeht. Der Hof lag von 1632 – 1643 zu Dorf und zu Feld ganz öd darnieder.

1643 Jacob Luderer erwarb das Leibrecht auf den Hof zu Wissing. Abgaben hatte er erst ab dem Jahre 1645 zu leisten. 1648 kaufte Luderer von der Haindlinger Kirche 8 Vierling Weizen um 5 fl 20 kr, 1 Schaff Hafer um 4 fl und 1 Mutt Hafer um 5 fl. Da im Jahre 1651 Felder in Wissing immer noch öd lagen, ließ der Pfarrer von Hainsbach als Inhaber der Andreasmesse ödliegende Felder an andere Bauern verstiften, jeden Pifang um 2 kr. Jacob Luderer scheint auf die Gant gekommen zu sein.

1651 wurde das Erbrecht auf den Hof zu Wissing an Hansen Kerscher zu Wiesendorf und Elisabeth um 150 fl und 4 Reichtstaler Leihkauf verkauft. Der Dienst betrug 2 Schaff 16 Vierling Weizen, 3 Schaff Korn, 2 Schaff Hafer, die Wiesgilt 3 fl 30 kr, dazu hatte er 10 junge Hendln, 4 Gänse und 10 Käse, zu Weihnachten 1 Semmel oder 4 Groschen, zu Ostern 100 Eier und 2 alte Hennen oder 2 Groschen abzuliefern.

1656 wurde Hans Kerscher vom Geiselhöringer Unteramtmann wegen einer Schuld von 54 fl an seinen früheren Grundherrn, Hans Jakob Haunsperger zu Neufahrn, ausgepfändet. Der Amtmann nahm 6 Pferde, nämlich 2 mit zwei Saugfohlen, ein einjähriges und ein zweijähriges Pferd mit, die er auf der Ötz fing und gegen Geiselhöring wegtrieb. 1655 lieh Hans Kerscher von der Haindlinger Kirche 50 fl zum Bau der Sölde auf Biburg aus.

1661 Michael Kerscher, Bauer zu Wissing, und seit 1666 Erbrechtsinhaber der Sölde „aufm Biburg“. Er war verheiratet mit Margareth Weiß, Bauerstochter von Aufhausen. Sie brachte  35 fl, 1 Bett, 1 Kuh, 1 Ochsen und eine Aussteuer mit in die Ehe  1667 heiratete die Witwe Margareth Kerscher Andre Spitlbauer. Den acht hinterlassenen Kindern wurden je 200 fl väterliches Erbgut geschrieben. Spidlbauer brachte 170 fl mit in die Ehe. Nach dem Tod der Mutter 1709 wurden jedem Kind 375 fl geschrieben.

Im Juni 1711 übergab Andre Spitlbauer zu Wissing den Erbrechtshof seiner lieben Tochter Agnes um 2.300 fl, dazu 2 Garben Großzehent, Heu, Stroh, 6 Zugpferde, jedes zweimal angeschirrt, 2 beschlagene und einen unbeschlagenen Wagen, 2 Pflüge, 1 ganze und halbe eiserne Eitten, 2 hölzerne Eitten, 14 Stück Rindvieh, darunter 5 Melkkühe, 20 Mutterschafe, 1 Schweinsmutter, 3 Betten und alle Haus- und Baumannsfahrnis. Der Vater behielt sich den 1/2-Bau aufm Biburg, 6 Vierling Weizen, 1 Schaff Korn, an Martini einen Frischling oder 3 Gulden, aus dem Weiher den halben Teil Fische, für ein Jahr den dritten Teil der Fahrnis und drei Schaff Getreide.

1712 Agnes Spitlbauer heiratete Christoph Aichner (Aichinger) von Hinterbach. 1735 nahm Christoph Aichner 500 fl von der Haindlinger Kirche auf. Im Haindlinger Salbuch wird er als Benefactor (Wohltäter) genannt. „Der ehrengeachtete Christoph Eichinger, Bauer zu Wissing, hat 1734 eine schön gemauerte Figur nächst seinem Hof setzen lassen, auch 1736 den St. Andreasaltar zu Haindling machen lassen.“ Der Andreasaltar ist in der Haindlinger Kirche der zweite Altar auf der Südseite. Er wurde vom Geiselhöringer Thomas Lehner gefertigt, die Fassung stammt von Johann G. Haubner, Geiselhöring. Das Altarblatt stellt das Märtyrium des Apostels Andreas dar, das Oberbild zeigt den hl. Christophorus. Auf dem Altar steht eine künstlerisch wertvolle Mondsichelmadonna. Sie stammt aus der Kirche von Haindlingberg, die 1924 abgerissen wurde. Auch die Kanontafeln auf dem Gnadenaltar zu Haindling stiftete Christoph Aichner, Bauer in Wissing. Im Jahre 1748 starb Frau Agnes Aichner. Seinen beiden Töchtern verschrieb Christoph Aichner zusammen 3.500 fl, nämlich der Maria, Frau des Martin Buchner zu Alburg, und der Anna Neumeier, Frau des Amanns zu Leiterhausen bei Sandsbach. In zweiter Ehe heiratete Christoph Aichner Anna Hiergeist von Leiblfing. Sie brachte 1.200 fl, ein Himmelbett, Bett, eine Kuh und Truhen mit in die Ehe. 1762 stiftete Anna Aichnerin unserer lieben Frau in Haindling einen sechsfachen spanischen Dukaten im Wert von 30 fl. Die Tochter Cäcilia wurde Klosterfrau in Niederviehbach. Sie brachte 1.000 fl Erbgut mit in das Kloster. Christoph Aichner starb im Jahre 1763, die Witwe Anna Aichnerin im Jahre 1804 in Niederviehbach.

1769 kaufte Georg Stadler von Anna Aichnerin den Erbrechtshof zu Wissing und die zwei Sölden zu Biburg um 6.600 fl und 200 fl Leihkauf. Darin eingeschlossen waren das Vieh und die Fahrnis im Wert von 900 fl und das Holz um 500 fl. Die Sölden in Biburg wurden auf 1.200 fl geschätzt. Verheiratet war Georg Stadler mit Ottilia, geb. Dreisinger von Talmassing. Sie brachte 1.300 fl, 1 Kuh und 1 Kalb mit in die Ehe.

Im Jahre 1790 kauften Georg Stadler und Ottilia von Wissing den Amthof in Harting Unter Beistandsleistung des Bruders Johann Stadler zu Oberndorf verkauften sie dem Bruder und Schwager Franz Stadler, Bauerssohn von Untermassing, den Hof in Wissing und die zwei Sölden zu Biburg, dann 6 Pferde, 2 Ochsen, 2 Kühe, 2 Kalben, 2 Jungrinder, 3 Zuchtsauen und einen Eber, 17 Frischlinge, 17 Schafe, 7 Hennen und 5 Wägen um 8.000 fl. Verheiratet war Franz Stadler mit Anna Hollermeier, Amannstochter von Sallach. Roman Zierngibl traute das Paar persönlich in der Kirche Martinsbuch. „Es ging gemäß der Landessitte sehr feierlich bei dieser Hochzeit her“. Anna Hollermeier brachte 3.000 fl mit in die Ehe und 1 Kuh. 1799 starb Anna Stadlerin. Der Vater vermachte den fünf Kindern je 1.000 fl. Noch im selben Jahr, 1799, heiratete der Witwer Franz Stadler die Bauerstochter Walburga Eberl von Auburg. Sie brachte 2.000 fl mit in die Ehe.

1806 Georg Eberl zu Wimpasing, Schwager des Franz Stadler, kaufte um 17.500 fl den ganzen Hof in Wissing, die zwei Sölden, das Holz und 40.000 Ziegelsteine. Das Laudemium betrug 941 fl 52 kr.

1818 Georg Eberl, Bauer von Wissing und Biburg, und Annamaria vertauschten ihren Hof und die zwei Sölden Biburg mit dem Hof des Peter Dünzl, Bauer zu Hausmetting, dessen Hof auf 12.000 fl geschätzt wurde. Georg Eberl hatte 6.400 fl daraufzulegen. Im Jahre 1825 kam Peter Dünzl, verheiratet mit Maria, geb. Stadler von Oberndorf, auf die Gant. Er hielt sich dann eine Zeitlang in Oberndorf auf. 1838 gab ihm die Gemeinde Hainsbach einen Grund, auf dem er ein Haus baute (frühere Hs.Nr. 28 1/2). Peter Dünzl wurde Wegmacher auf der Distriktstraße Mengkofen-Geiselhöring. „Er mußte oft an seinem ehemaligen Hof vorbeigehen,“ vermerkte der Chronist Holzgartner.

1825 kaufte Matthias Hofmann den Hof um 11.000 fl. Er kam von Hinkofen, Pfarrei Aufhausen und war mit Theres Steinberger verheiratet. 1851 kaufte Matthias Hofmann einen Hof in Altendorf, Pfarrei Hofdorf, um 18.000 fl, den er 1856 wieder um 37.000 fl veräußerte.

1851 erwarb Thomas Kammermeier, Ammerhofssohn von Franken, den Hof in Wissing um 33.000 fl. Er heiratete Maria Amann, Bauerstochter von Neuhofen. In den Jahren 1856/1857 baute Thomas Kammermeier den Stadel und den Stall neu, 1868 das Haus, nachdem es von einem Blitz am zweiten Fastensonntag 1868 eingeäschert worden war. Im Alter von 70 Jahren starb Thomas Kammermeier 1891.

1891 Peter Kammermeier heiratete Maria Amann von Hadersbach. Unter Peter Kammermeier wurde Wissing 1900 in die Pfarrei Hainsbach eingepfarrt. Im Jahre 1919 erwarb Kammermeier Brunnwinkl mit ca. 19 Tagwerk Grund und brach die Gebäude dort ab. Brunnwinkl war im Jahre 1811 entstanden. Das Anwesen, allgemein als „Haus Sepp“ bekannt, lag rechts vom Ufer des Eiglfurter Baches. Es wurde von Kammermeier abgebrochen.

1934 – 1957 Johann Kammermeier war verheiratet mit Helene, geb. Stadler von Oberndorf. Als am 28. Januar 1935 der letzte Weizen gedroschen werden sollte, brannte der Feldstadel mit dem Dreschwagen, dem Stroh und Kleeheu ab (laut Laberbote vom 29.01.1935).

1984 Ludwig Kammermeier heiratete Annemarie Gierl aus Leiblfing. Sie starb am 19. Mai 1990 im Alter von 45 Jahren.  

Kleinwissing

Hs.Nr. 2, früher Hs.Nr. 92 1/2, Dr. Alfons Schönhammer und Dr. Johanna Schönhammer

1845 kaufte Andre Gallrapp bei der Zertrümmerung des Kriegerhofes in Gingkofen 16 Tagwerk Holzgrund bei Wissing, kultivierte den Grund und errichtete 1846 ein Haus. Da der Grund zu Gingkofen gehörte, hieß die neue Ansiedlung zunächst Obergingkofen, dann Neugingkofen, schließlich Ziegelhütte (auf der Flurkarte ist eine Ziegelhütte eingetragen). Die Söhne Gallrapp galten als leichtsinnig.

1885 brannte der Stadel ab.

1886 kaufte Peter Schönhammer von Schwimmbach das Anwesen mit 44 Tagwerk um 26.000 Mark. Für sein Anwesen in Schwimmbach mit 27 Tagwerk erhielt er 15.000 Mark.

1914 Ludwig Schönhammer heiratete Mathilde, geb. Strohmeier, von Niederreith 1955 Alfons Schönhammer und Ottilie, geb. Peringer, von Oberholzen

1994 Dr. Agrar Ing. Alfons Schönhammer und Dr. Johanna, geb. Hoppe, Freising

Alfons und Frieda (geb. Kammermeier, Wissing) Schönhammer bei der Getreideernte

Alfons Schönhammer und Frieda Runge (geb. Kammermeier, Wissing)  bei der Getreideernte

 Dungerfalter

„Dungerfalter“ war ursprünglich ein Flurname für einen Holzgrund, der zu Gingkofen gehörte. Der Holzgrund lag an einer Holzstraße, an der ein Falltor, ein „Falter“ war, das dem Weidevieh die Rückkehr ins Dorf versperrte. Weil das Weidevieh sich beim „Falter“ immer sammelte, bis dieses geöffnet wurde und den Weg ins Dorf freigab, fiel dort viel „Dunger“, „Tunget“ an. Daher der Flurname „Tungetfalter“. Am 31. März 1802 verteilte die Gmain Gingkofen mit Zustimmung des Grund- und Vogteiherrn den öden, 2 Tagwerk großen Holzgrund neben der Holzstraße beim sog. „Tungetfalter“.

Von den drei ganzen Bauern in Gingkofen erhielt jeder 2 Anteile, die zwölf Söldner und Häusler des Dorfes einen Anteil. Jeder, der einen Anteil bekam, hatte ab 1801 jährlich zur Stiftzeit einen Gulden in die Gemeindekasse zu zahlen. Die drei ganzen Bauern, nämlich Sebastian Krieger (frühere Hs.Nr. 38), Georg Schötz (frühere Hs.Nr. 43) und Josef Aichner (frühere Hs.Nr. 41) überließen ihre zwei Anteile, der 1/2-Bauer Andre Schäupel (frühere Hs.Nr. 39) einen Anteil, zusammen sieben Anteile, dem herrschaftlichen Jäger Josef Schmid zu Hainsbach. Er hatte also jährlich 7 fl zu zahlen. Die 18 fl Stift durften nur für Gemeindezwecke verwendet werden. Von jedem Anteil erhielt der Pfarrer 12 kr Zehent. Der Viertelbauer Johann Schmalzl verzichtete auf seinen Anteil, der aber von der Gemeinde für einen eventuellen Nachfolger reserviert wurde. Die damaligen Gemeindevertreter waren Paul Schmidbauer, Sebastian Krieger und Jakob Obermeier. Zeugen waren Jakob Bogenberger, Schloßbaustifter zu Hainsbach, und Georg Holzer, 1/2-Bauer zu Siffelbrunn. Ab dem Jahre 1826 wurde Dungerfalter besiedelt.  

 Dungerfalter Hs.Nr. 1, früher Hs.Nr. 40 1/2, Franz Wagner und Rosa 

1828 Josef Fuchs hatte im Jahre 1827 sein Anwesen (frühere Hs.Nr. 40) in Gingkofen an Wolfgang Falter verkauft. Im Jahre 1828 errichtete Josef Fuchs eine neue Hofstelle in Dungerfalter. Verheiratet war er mit Margaretha, geb. Unger von Feldkirchen.

1856 Georg Koch und Maria, geb. Gerbl. Beim Anwesen waren 22 Tagwerk 77 Dezimal.

1883 Georg Koch jun., Gütler, und Maria Meier von Hainsbach. Im Jahre 1895 brannte das Anwesen ab.

1895 Ludwig Paßreiter, Söldner in Dungerfalter, baute das Wohnhaus mit Stall und Stadel auf der gegenüberliegenden Seite der Straße wieder neu auf.

1926 Johann Holzapfel und Rosina, geb. Laumer, beide von Rattenberg, kauften das Anwesen von Ludwig Paßreiter

1948 Anna Holzapfel heiratete Georg Wagner von Taiding

1981 Franz Wagner ehelichte Rosa Penzkofer von Schwimmbach. Das Anwesen wird jetzt von Schwimmbach aus mitbewirtschaftet.

 Dungerfalter Hs.Nr. 2, früher Hs.Nr. 42 1/2, Alois Retschmeier und Monika 

1826 Sebastian Kerl von Gingkofen verkaufte im Jahre 1826 sein Anwesen (frühere Hs.Nr. 42), nahm die meisten Felder mit und errichtete in Dungerfalter eine neue Hofstelle. Verheiratet war Sebastian Kerl mit Annamaria, geb. Hartmannsgruber.

1854 Georg Kohlberger. 1855 umfaßte das Anwesen 29 Tagwerk 7 Dezimal.

Im Jahre1876 heiratete Georg Kohlberger Anna Eberl, Schmiedstochter von Hainsbach. Katharina Kohlberger

1906 Alois Retschmeier heiratete Theresia Kohlberger, Tochter der Katharina Kohlberger. 1939 Josef Retschmeier heiratete Theres Reindl von Eckhof (Puchhausen). Josef Retschmeier fiel im Januar 1945.

Am 1. Mai 1945 verunglückten Theres Retschmeier und die Eltern der Theres Retschmeier tödlich in der Küche durch eine explodierende Handgranate, die abziehende Soldaten liegen gelassen hatten. Die beiden Söhne Josef und Alois wurden leicht verletzt.

Im Jahre 1957 verunglückte Josef Retschmeier jun. tödlich.

1967 Alois Retschmeier ehelichte Monika Klarner von Eger

Dungerfalter Hs.Nr. 3, früher Hs.Nr. 39 1/2, Johann und Franziska Berleb

1827 Josef Scheup(e)l heiratete Barbara Forster von Schneiderhof in Böhmen. Sie brachte 300 fl und eine Aussteuer mit in die Ehe. Von seiner Mutter, der Witwe Elisabeth Scheupel, erhielt Josef Scheupel den Holzacker (2 Tagwerk 18 Dezimal), die dürre Wiese (1 Tagwerk 3 Dezimal) und die doppelte Schötzenackerlänge (7 Tagwerk 40 Dezimal). Dafür hatte der Sohn 50 fl an die Greilsberger Kirche zu zahlen. Im Jahre 1827 errichtete Josef Scheupel eine neue Hofstelle in Dungerfalter. Zum Bau des Hauses schenkte ihm die Mutter die vorhandenen Schneidschindeln, das Bauholz, weitere 16 Stämme, die noch zu fällen waren, die Bretter und 2 Schober Stroh. 1848 Josef Korber kaufte von Josef Scheupel das Anwesen in Dungerfalter für 2.444 fl. Korber war verheiratet mit Theresia Schreiner, Söldnerstochter von Grafentraubach. Sie brachte 1.020 fl mit in die Ehe. Um 1855 gehörten 13 Tagwerk 34 Dezimal zum Anwesen.

1867 Johann Baptist Raitmaier und Maria, geb. Harpaintner, von Ottering.

1902 Josef Koch und Walburga, geb. Spagert von Schwimmbach, kaufte das Anwesen von Ludwig Bösl.

1924 Anna Koch heiratete Georg Berleb von Kapitelholz.

1961 Johann Berleb ehelichte Fanny Wittenzellner von Schwimmbach.

 Königswinkl

Königswinkl 1, früher Hainsbach Hs.Nr. 22 1/2, Rosa Endl

1657 In einer Verstiftungsurkunde (Pachturkunde) der früheren Hs.Nr. 22 in Hainsbach vom Jahre 1657 heißt es „dann einer Praitten auf dem Khinigswinkl“.

1826 September 22. Matthias Lermer, lediger Bauerssohn von Hainsbach, kaufte Schullergründe (früher Hs.Nr. 22) von Hainsbach und baute darauf ein Wohnhaus. Er heiratete die Bauerstochter Theresia Scheupl von Habertharn. Sie brachte 100 fl mit in die Ehe. Das Lermergütl bestand aus einem Wohnhaus und 11 Tagwerk Ackerland im Wert von 900 fl. Die Stift betrug 49 kr 2 1/2 dl, an Korn 4 M 1 Sz, an Hafer 4 M 2 V 2 Sz. 1841 wurde das Lermer-Anwesen in Hainsbach  zw. Königswinkl auf 1.580 fl geschätzt. 1855 waren 13 Tagwerk 21 Dezimal und 1990 dann 36 Tagwerk beim Anwesen.

1857 August 27. Matthias Lermer, Söldner in Königswinkl, heiratete Anna Aumer, Söldnerstochter von Hirschkofen. 1886 Bau eines Stadels.

1937 Otto Endl und Johanna, Kauf

1959 Rosa Endl

1963 Adolf Endl und Rosa, geb. Seeholzer

 Königswinkl 2, früher Hs.Nr. 52 in Gingkofen, Johann Leipold und Rita

Nach 1828 Neubau des Anwesens durch Andreas Schlüsselbrunner (frühere Hs.Nr. 52, Gingkofen)

1840 Andre Schlüsselbrunner von Königswinkel heiratete Maria Guggenberger von Fendel, Gemeinde Leiblfing.

1858 Johann Michael Hackel und Maria, geb. Setz von Hainsbach (frühere Hs.Nr. 19), kauften das Anwesen.

1891 Xaver Hackel und Anna, geb. Obermaier von Metting

1946 Johann Leipold und Helena, geb. Huber, Siffelbrunn

1972 Johann Leipold und Rita, geb. Wurm, Metting